Im Mai wurden Sie mit dem VfL Wolfsburg Deutscher
Meister – was dem Verein zu Saisonbeginn wohl die
Wenigsten zugetraut hätten. Was war der Grund für Ihren
persönlichen Erfolg und den der Mannschaft?
Schäfer: Die letzten zwei Jahre sind für den VfL und
auch für mich sensationell gut gelaufen. Wir haben uns
stets weiterentwickelt und mit der Meisterschaft alle
Erwartungen übertroffen. Wir haben sehr hart für unsere
Ziele gearbeitet und wollten immer dazulernen. Wir haben
alle an einem Strang gezogen und sind der Linie, die
Trainer Magath vorgegeben hat, gefolgt.
Der Trainer
und sogenannte Meistermacher ist allerdings zu Schalke 04
gewechselt. Glauben Sie, dass der Weggang von Felix Magath
in der nächsten Saison ein Problem sein könnte?
Schäfer: Wir haben mit Felix Magath großen Erfolg gehabt
und sind ihm dafür auch sehr dankbar. Wir sind aber in
unserer Entwicklung noch lange nicht am Ende und wollen
diesen Weg mit Armin Veh weitergehen. Ich bin überzeugt
davon, dass wir auch in der Zukunft eine sehr gute Rolle
in der Bundesliga spielen werden.
Neben Magath sind
auch verschiedene Spieler auf den Wunschlisten anderer
Vereine aufgetaucht. Ist oder war für Sie ein Wechsel
auch denkbar?
Schäfer: Ich habe dem VfL Wolfsburg viel zu verdanken,
daher stellt sich für mich die Frage nicht. Ich fühle
mich wohl und möchte in Zukunft weiterhin Erfolge mit dem
VfL feiern. Die Bedingungen, die in Wolfsburg für den VfL
geschaffen wurden, sind perfekt um sich als Spieler
weiterzuentwickeln und erfolgreichen Fußball zu
spielen.
Andere Spieler wie Grafite oder Dzeko
stehen mehr im Fokus der Medien als Sie. Stört das
manchmal, da Sie ja sicherlich genauso zum Erfolg des
Teams beitragen?
Schäfer: Wichtig ist, dass sich jeder Spieler in die
Mannschaft einbringt und versucht seine Aufgabe
bestmöglich zu erfüllen. Das haben wir sehr gut gemacht,
wobei unsere zwei Stürmer mit ihren Toren einen
erheblichen Beitrag dazu geleistet haben und auch zu Recht
mehr im Fokus stehen. Auch so etwas muss man sich durch
Leistung erarbeiten.
In einem Zeitungsbericht sagte
Felix Magath mal, dass, als er die Elf übernahm, seine
Grundidee war, eine Mannschaft zu bauen, die einerseits
ein brasilianisch-portugiesisches und als Gegengewicht ein
deutsches Temperament besitzt. Letzteres verkörpert durch
Spieler wie Sie, Gentner oder Riether. Sehen Sie sich als
Spieler mit deutschen Tugenden?
Schäfer: Ja, ich sehe mich als Spieler mit deutschen
Tugenden – wie Gentner und Riether auch. Wir arbeiten
hart, sind sehr diszipliniert und besitzen gute physische
Fähigkeiten. Diese versuchen wir in die Mannschaft
einzubringen.
Sie haben beim IST-Studieninstitut die Weiterbildung
„Sportmanagement“ absolviert, damit begonnen haben Sie
bereits Ende 2005, waren damals 21 Jahre jung. Warum haben
Sie sich für die Weiterbildung entschieden?
Schäfer: Ich finde es grundsätzlich immer gut neben dem
Sport noch etwas zu machen, wollte mich weiterbilden.
Außerdem ist niemand vor Verletzungen und einem
eventuellen Karriereende geschützt und daher ist es
sinnvoll, sich neben dem Beruf als Fußballprofi ein
zweites Standbein aufzubauen, um in einem solchen Fall
schnell in ein neues Berufsleben einsteigen zu können.
Ein Fernstudium ist aufgrund seiner Flexibilität für
Sportler natürlich besonders geeignet. Und das
Sportmanagement-Studium beim IST-Studieninstitut ist mir
von einigen Leuten empfohlen worden.
Wie hat Ihnen
die Weiterbildung gefallen?
Schäfer: Sehr, sehr gut. Der ganze Aufbau des Studiums
ist hervorragend. Auch als Fußballprofi lassen sich
sowohl die Studienhefte als auch die Einsendearbeiten
trotz der vielen Reisen gut bearbeiten. Außerdem hat es
mir großen Spaß gemacht.
Haben Sie schon
Vorstellungen, in welchem Bereich Sie später mal arbeiten
möchten? Und glauben, Sie dass Ihnen das Wissen und der
IST-Abschluss dabei hilfreich sein werden?
Schäfer: Ich möchte gerne dem Sport erhalten bleiben,
habe aber noch keine genauen Vorstellungen. Das Studium
wird mir sicherlich helfen, da ich jetzt schon
Grundkenntnisse besitze und Einblicke bekommen habe in
einen Bereich, in dem ich mir vorstellen könnte, in
Zukunft zu arbeiten.
Würden Sie die
IST-Weiterbildung weiterempfehlen?
Schäfer: Natürlich, und das tue ich auch. Ich werde
viel darüber gefragt und kann nur Positives vom Studium
beim IST berichten. Ich selbst beginne im Herbst noch die
Weiterbildung „Sportmarketing“.
Die kommenden
Jahre wollen Sie aber ja noch auf dem Platz stehen. Was
sind Ihre nächsten sportlichen Ziele?
Schäfer: Ich möchte mich immer weiterentwickeln und so
viel wie möglich dazulernen. In der Bundesliga wollen wir
wieder eine gute Rolle spielen und unter den ersten Fünf
landen. In der Champions League wollen wir uns gut
verkaufen und für Furore sorgen. Das haben wir letztes
Jahr auch im UEFA-Cup geschafft. Außerdem möchte ich
mich natürlich durch konstant gute Leistungen im Verein
für die Nationalmannschaft empfehlen um meinen Traum von
der WM 2010 zu verwirklichen.
Glauben Sie, dass
sich der VfL Wolfsburg dauerhaft in der Bundesligaspitze
etablieren kann?
Schäfer: Die Bedingungen könnten sowohl für einen
Verein als auch für einen Spieler nicht besser sein,
daher bin ich überzeugt, dass wir mit unserem Potenzial
auch in Zukunft in der Bundesligaspitze mitmischen werden.
Herr Schäfer, wir danken Ihnen für dieses Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolg für die weitere Karriere.



