So langsam neigt sich der Spätsommer seinem Ende zu und es beginnt die dunkle, nasse und kalte Jahreszeit. Spaziergänge machen dann nur noch halb so viel Spaß und oftmals dienen diese Ausgänge dann nur noch dem schnellen „Gassi-Gehen“ des Hundes, bevor es wieder schnell zurück in die warme Stube geht. Was tun, wenn es draußen mal wieder alles andere als freundlich ist und der eigene Vierbeiner sich beharrlich weigert, vor die Tür zu treten? Kein Problem, denn auch in der Wohnung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, unseren lieben Wauzi bei Laune zu halten und ihn geistig sogar noch zu fordern.
Selbst für einen wasserscheuen Hund, der sein warmes Bett einem nassen Herbsttag vorzieht, kann der Alltag auf Dauer langweilig werden. Je nach Charakter und Alter des Hundes liegt der Vierbeiner entweder nur noch faul in seinem Körbchen oder auf dem Sofa – seine Welt besteht dann nur aus Fressen, Schmusen und Schlafen. Andere Hunde beginnen aus lauter Langeweile Unfug anzustellen, indem sie beispielsweise Schuhe anknabbern, unsauber werden oder bei kleinsten Geräuschen anfangen, lautstark zu bellen.
Aber wie kann man seinen Hund sinnvoll
beschäftigen?
Ein Hund beschäftigt sich kaum von alleine. Als geborenes
Rudeltier verliert er schnell das Interesse am Spielzeug,
wenn er keinen Spielpartner hat. Da hilft auch keine
große Auswahl an Quietschetierchen, Bällchen oder
Kauseilen. Nach der ersten Neugier liegen diese Dinge
irgendwann unbeachtet in der Ecke. In jedem Zoohandel oder
Internetshop wird Hundespielzeug in allen Variationen
angeboten. Doch wer seinem Hund eine Freude machen will,
muss nicht immer gleich tief ins Portemonnaie greifen.
Auch aus ganz einfachen Gegenständen, die sich in jedem
Haushalt finden, lassen sich nette Spielideen
entwickeln.
Also, was tun? Das Lösung heißt: Gemeinsam spielen und
Spaß haben!
Viele Kunden der Tophundeschule werden sich an die 3
Grundsäulen der Erziehung erinnern: Hierarchie, Vertrauen
und Bindung. Diese lassen sich über das gemeinsame
Spielen hervorragend festigen und fördern.
Bei den Spielen geht es nicht um sportliche Höchstleistungen oder Ausdauerspaziergänge, sondern um die geistige Auslastung des Hundes, gepaart mit Spielvergnügen für Zwei- und Vierbeiner. Dafür bedarf es keiner Ausbildung oder einer Spezialausrüstung. Es genügt ein wenig Motivation und Kreativität und schon lassen sich aus allerlei Dingen im Haushalt wunderbare Spiele, sogenanntes interaktives Spielzeug entwickeln. Ebenso bietet der Fachhandel eine große Palette passender Spielzeuge an. Was bedeutet nun das Wort „interaktiv“? Interaktiv bedeutet wechselseitig. Bei interaktivem Spielzeug handelt es sich also um Spiele, die sich entsprechend der Reaktion des Hundes verändern und eine neue Lösungsmöglichkeit bieten. Die Intelligenz des Hundes ist hier gefragt und die Bereitschaft, aus Erfahrung zu lernen. Die dafür benötigte Ruhe und Konzentration strengen den Hund an und die Lösung der einzelnen Schwierigkeitsgrade fordert ihn geistig, sodass man auf diesem Weg eine wunderbare Auslastung erreichen kann. Interaktives Spiel heißt aber auch, die Bindung zwischen Hund und Mensch zu fördern. Denn selbstverständlich spielen die Hunde mit diesen Spielzeugen nicht alleine, sondern gemeinsam mit ihrem Besitzer. Kleine Erfolgserlebnisse schweißen noch mehr zusammen, fördern gegenseitiges Vertrauen und festigen die Bindung. Außerdem geben sie von Mal zu Mal mehr Selbstvertrauen und bieten daher auch eine gute „Therapie-Möglichkeit“ für ängstliche oder unerfahrene Hunde, in gewohnter und für sie sicherer Umgebung positive Erfahrungen zu sammeln. Für interaktives Spielzeug spricht außerdem, dass es Spiele für Hunde jeden Alters gibt. So kann man einen jungen Welpen ebenso mit einem gefüllten „Kong“ begeistern wie einen Senior. Oder man motiviert einen alten Jagdhund mit Suchspielen und wird schnell merken, wie sehr diese alten Hunde noch mal geistig aufblühen, wenn sie auch körperlich nicht mehr fit sind.
Ob es sich nun um Müslischachteln, Joghurtbecher oder Kartons handelt – all dies ist für Wauzis Indoorsport geeignet. So ist zum Beispiel ein Leckerli in einer leeren und wieder verschlossenen Müslipackung eine gute Anfängerübung. Der Hund muss dabei eine Strategie entwickeln, mit der er an das begehrte Leckerli kommt. Ob er nun dabei mehr auf die zerstörerische Methode vorgeht und die Packung in kleine Stücke reißt oder auf elegantere Art an das begehrte Stück herankommt, ist dabei ihm selber überlassen. Auch ausgewaschene Joghurt Becher bieten viel Spaß, sind aber schon etwas anspruchsvoller für den Hund. Drei Becher werden in einer Reihe aufgestellt. Der Hund sitzt etwa einen halben Meter entfernt und schaut dabei zu, wie unter einem der Becher das Leckerli versteckt wird. Nun ist es seine Aufgabe, den richtigen Becher umzustoßen, um an das Leckerli zu kommen. Mit ein bisschen Übung wird jeder Hund sofort den richtigen Becher finden. In weiterer Folge können die Becher dann verschiedenfarbig sein. Der Hund soll dann auf Kommando die richtige Farbe finden. Als weitere Steigerung gibt es die Möglichkeit, die Becher außerhalb seines Sichtfeldes zu verstecken. Oder Ihr Hund darf zwar den richtigen Becher umschmeißen – als Zeichen dafür, dass er den richtigen gefunden hat – darf aber das Leckerli ohne Ihr Einverständnis nicht nehmen.
Home-Agility für
mehr Beweglichkeit
Aus Stühlen, Bänken und Kisten lässt sich auch in jedem
Wohnzimmer ein kleiner Parcours errichten, der den Hund
geistig fordern kann. Sich unter niedrigen Stühlen
durchdrücken oder von einer Kiste auf die nächste zu
springen, erfordert nicht nur Geschicklichkeit, sondern
auch Vertrauen in den Menschen. Ebenso kann jeder
ambitionierte Hundebesitzer seinem Vierbeiner kleine
Kunststücke beibringen. Etwa auf einem kleinen Hocker
„Sitz“ machen oder, je nach Größe des Hundes, auch
„Männchen“. Vor allem für kleinere Hunde lässt sich
aus Stühlen ein kleiner Slalom-Parcours aufstellen, denn
sie dann im Zick-Zack bewältigen müssen. Genauso eignen
sich Tischbeine bei entsprechender Größe des Hundes sehr
gut hierfür.
Mit ein bisschen Fantasie kann auf diese Weise ein
Regentag für unseren Wauzi alles andere als langweilig
sein, sondern zu einem richtigen Fitnesstag werden. Auch
draußen können viele Übungen durchgeführt werden.
Baumstämme oder kleine Mauern, die sich zum Balancieren
oder Überspringen eignen, finden sich auf jedem
Spaziergang. Ebenso steigern Suchspiele auf der täglichen
Gassirunde die Aufmerksamkeit unserer Hunde. Ein Leckerli
oder das Lieblingsspielzeug im Gras versteckt, sind eine
nette Abwechslung und fordern alle Sinne des Hundes.
Kong, Futterball & Keksrolle
Der Kong besteht aus robustem Hartgummi und kann befüllt
werden. Da der Kong gut zu reinigen ist, kann man ihn mit
vielen Leckereien wie z. B. Hundefutter, kleinen
Hundekeksen, Schmierkäse oder Leberwurst befüllen. Der
Sommerhit war der Eiskong (Kong ist mit gefrorener Brühe
oder Joghurt gefüllt). Die Hunde versuchen mit ihrer
Zunge, das Spielzeug auszuschlecken. Durch seine Form
bleibt der Kong andauernd in Bewegung und der Hund muss
seine Position immer wieder verändern. Den Kong gibt es
in verschiedenen Größen – passend abgestimmt auf die
Hundegröße. Man sollte bei mehreren Hunden für jeden
Vierbeiner seinen eigenen Kong haben, um Streitigkeiten zu
vermeiden. Außerdem sollte der Kong nicht zu klein sein,
damit er nicht verschluckt werden kann. Auch eignet er
sich nicht als Kauknochen und sollte daher nach
vollständigem Entleeren dem Hund wieder weggenommen
werden.
Ähnlich von Prinzip ist der Futterball. Er hat eine oder
mehrere Öffnungen, aus denen Leckerlis fallen, wenn der
Hund den Ball durch die Wohnung schiebt. Auch hier werden
Cleverness und Gelenkigkeit gefördert.
Um die Beweglichkeit zu fördern, kann man außerdem einen
Slalom mit (Garten-)Stühlen aufbauen. Nach und nach
steigert man das Tempo und ganz kluge Hunde laufen den
Slalom irgendwann auf Kommando sogar ohne Menschen.
Wer kennt ihn noch, den Schwebebalken aus dem
Turnunterricht? Diese Übung ist eine schöne
Balanceübung für Hunde: Man nehme ein breites, stabiles
Brett und stellt es auf zwei (nicht zu hohe) stabile
Kisten: Schon ist der Hunde-Schwebebalken fertig. Diese
Übung bedarf sehr viel Ruhe und Konzentration – macht
aber sehr viel Spaß, sobald der Hund verstanden hat,
worum es geht.
Bei entsprechend großem Garten kann man diese Spiele auch
zu einem Parcours kombinieren – wieder ein ideales Spiel
für Kind und Hund (bitte nicht ohne Aufsicht bei
kleineren Kindern!).
Hunde, die gerne apportieren, können wunderbar in den
Haushalt mit eingebunden werden. So können sie leere
PET-Flaschen zum Container tragen oder die Schmutzwäsche
zur Waschmaschine bringen. Manche Hunde dürfen vorsichtig
die Sonntagszeitung an den Frühstücktisch bringen und
sind sie nicht allzu verfressen, tragen sie sogar die
Brötchentüte vom Bäcker nach Hause.
Dies alles sind nur ein paar wenige Beispiele, wie Hund
und Halter Spaß im Alltag haben können. Freude am Spiel
und ein wenig Kreativität versüßen den Alltag und
fördern die körperliche und geistige Auslastung.
Denn nicht nur Bewegung, sondern auch geistige Arbeit lastet den Hund aus.
Die Trainer der
Tophundeschule wünschen Ihnen und Ihrem Hund weiterhin
viel Spaß!
Ihr Team von
Schönfelder DogCoaching
Die mobilen Hundetrainer
Tel.: +49 (0) 40 64 68 98
12
Tel.: +49 (0) 17 22 71 66 97
www.tophundeschule.de



